Mittwoch, 24. September 2008
Sonntag, 21. September 2008
Wochenende
Letzten Sonntag luden Wetter, Laune und Gelegenheit dazu ein, Gießens grüne Lunge(n) aufzusuchen. Also kämpfte man sich über die geteerten künstlichen Grenzen der Westanlage in die Senckenbergstraße und betrat den Botanischen Garten. Bisher konnte ich dieser Einrichtung kulturell überformter Naturkonservierung in beinahe jeder bewohnten Stadt frönen: Bayreuth (ökologisch), Glasgow (mit Kibble Palace), München (Nymphenburg) und nun eben Gießen. Ohne jetzt lange über den Sinn und maßgeblichen Zweck von Grünanlagen im urbanen Raum zu faseln, komme ich gleich zu den potentiellen subversiven Strategien: sobald Kinder auch nur geringfügig über die motorischen Fähigkeiten verfügen, stiften sie angenehmstes Chaos. So auch "Rafffi!", geschätzte vier Jahre, jung und weizenblond, der an diesem Nachmittag die kategorische Botanik der Anlage nach eigenem Ansinnen und Wünschen umzugestalten wusste: Verwitterte Namensschilder euro- asiatischer Pflanzen wurden umgesteckt, als kleinkalibrige Waffe missbraucht oder gleich unumständlich im Goldfischteich entsorgt. Großartig normal. Da sich die Stadt Gießen der Unspektakularität ihrer Anlage wohl bewusst zu sein
scheint, wird die scheußlich lebendige Natur von monolithischen Kunstwerken durchbrochen. Da geben dann Fichte, Hölderlin und Novalis romantisches Wortgut auf schwarzen Kubi zu Gehör, die durchaus der Kaaba gerecht werden.Was in Gießen dann weiterhin für Kunst o.Ä. gehalten wird, durfte ich im angrenzenden Oberhessischen Museum begutachten. Als einziger Interessierter wurde mir der Schlossturm von zwei netten älteren Herren aufgesperrt, nur um nach knarrendem Aufstieg vergebens an sicherheitsverschlossten Plexiglasfenstern zu rütteln, um einen desillusionierenden Blick auf die Stadt werfen zu können.
Sad, so sad. Gießen.
Samstag, 13. September 2008
Soon to come: Hessia all over the place

Es ist soweit: Ich schlage die Heringe meines Zelts in die von Koalitionskämpfen schmerzende mittelhessische Erde. Sicher, es gibt wohl Spannenderes unter dem Dach der verregneten Republik als 70.000 Einwohner, an denen ein identitässtiftender Fluss knapp vorbei fließt und die 1977 31 Monate lang zusammen mit Wetzlar die Stadt Lahn bilden mussten; deren "Ortsheiliges" der Schlammbeiser ist ; die eine vierspurige Hauptverkehrsstraße mitten durch die Stadt dulden und die man nur mittels des so genannten Elefantenklos überqueren kann - ein Betonmonster mit drei Löchern; und wo man trotz 25.000 Studenten nur zwei anständige Musikclubs eröffnen konnte. Genug Negativitäten also, sich mit dieser Region mal näher auseinanderzusetzen. Ab Oktober gibt es an dieser Stelle Kurioses und Ödes, Bewährtes und Neues aus dem Lande Roland Kochs/Andrea Ypsilantis/Oskar Lafontaines...
Enspurt Call for Movies KURZFLIMMERN 2008
Noch bis zum 15. September sind Einsendungen für das Kurzfilmfestival KURZFLIMMERN ´08 im oberfränkischen Bayreuth möglich! Weitere Informationen unter kurzflimmern.org
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